Ein Vierteljahrhundert Chorgeschichte

Die Ingolstädter Nachtigallen feiern 25-jähriges Bestehen mit zwei Konzerten

Nachtigallen 2016-3

Ingolstadt (mbl) Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass das Chorsingen in der Schanz einen ungeahnten Aufschwung erlebte. 1991 gründete Eva-Maria Atzerodt die Ingolstädter Nachtigallen, um so den Nachwuchs für die Chöre in ihrer Heimatstadt zu fördern.

Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Über 100 Kinder sangen bald darauf bei den Nachtigallen. Wegen des großen Zuspruchs bildete sich neben den großen und den kleinen Nachtigallen sogar ein eigener Mädchenchor heraus. Robert Aichner und später Melanie Kutschera konnten als Chorleiter gewonnen werden. Das alljährliche Sommerkonzert avancierte zu einem festen Bestandteil des Chorlebens in Ingolstadt. Es folgten bedeutende Auftritte für die Ingolstädter, unter anderem 1998 beim Internationalen Kinderchorfestival in Halle und 2000 beim ZDF-Sonntagskonzert.

Sieht man sich die Gruppenfotos aus den vergangenen sechs Jahren an, fällt eines auf: Die Anzahl der Reihen, zu denen sich die Sängerinnen und Sänger auf der Eingangstreppe zum Reuchlin-Gymnasium, in dessen Räumen die Chöre proben, formierten, ist weniger geworden. Ein Mitgliederschwund habe eingesetzt, der nicht nur die Nachtigallen, sondern auch andere Chöre betreffe. Aktuell sind es nur mehr 31 Mädchen und Jungen, die den großen und kleinen Nachtigallen angehören. Für die Gründerin und frühere Chorleiterin Atzerodt sowie die aktuellen Chorleiterinnen Cosima Hensel-Grosch (Große Nachtigallen) und Darina Radomski Rosenthal (Kleine Nachtigallen) liegen die Gründe hierfür vor allem in den vielfältigen Freizeitbeschäftigungen, denen sich Kinder heute widmen, aber auch in den Verpflichtungen, die Ganztagsschule und Ganztags-Kindergartenangebote mit sich bringen. Keine Frage, dass sich die Frauen deshalb über Nachwuchs mit Freude am Vortrag von Volksliedern, klassischen Stücken, Liedern aus Musicals sowie Popsongs, freuen würden. Schließlich stehe bei den Nachtigallen nicht nur das Singen, sondern auch der gemeinsame Spaß, den die musikalische Gemeinschaft mit sich bringt, im Vordergrund. So wirke sich die Musik besonders auf die Harmonie untereinander aus, stellen die Chorleiterinnen fest. Jeder Neuankömmling werde von den anderen Kindern in die Gemeinschaft des Chors sofort aufgenommen, zeige die Erfahrung.

Der elfjährige Linus Budweiser, der bei den großen Nachtigallen singt und die zehnjährige Martina Probeck, die den kleinen Nachtigallen angehört, können das bestätigen. Martina, die ihrem Übertritt zu den großen Nachtigallen schon entgegenfiebert, wie sie sagt, singt am liebsten klassische Stücke. Linus bevorzugt mehr die Popmusik. Ein Unterschied zwischen den beiden Chören sei, dass bei den kleinen Nachtigallen noch nicht nach Noten, aber schon mal zweistimmig gesungen werde. Die großen Nachtigallen hingegen trauen sich an dreistimmige Stücke heran.

Was Linus und Martina noch vor sich haben, hat Manuela Woyke schon erfolgreich gemeistert. Die leidenschaftliche Sängerin trat mit 14 Jahren – also relativ spät – den Nachtigallen bei, sang anschließend zehn Jahre beim Jugendkammerchor und ist jetzt beim Motettenchor. Zu den Nachtigallen sei sie hauptsächlich wegen der Stimmbildung gekommen, nachdem sie in ihrer Heimatgemeinde Stammham bereits im Kirchenchor aktiv gewesen sei, erzählt die 32-jährige Ingenieurin. Bis heute pflege sie aber auch Freundschaften aus dieser Zeit und erinnert sich nach wie vor gerne an die Probenwochenenden im Reuchlin zurück. Die öffentlichen Auftritte mit den Chören hätten dazu beigetragen, auch im normalen Leben „Bühnensicher“ zu werden.

Ihr 25-jähriges Bestehen feiern die Nachtigallen im Sommer mit zwei Chorkonzerten und freuen sich, auch viele ehemalige Nachtigallen begrüßen zu können. Am Sonntag, 19. Juni, im Spiegelsaal des Kolpinghauses (Eintritt 5 Euro) und am Samstag, 9. Juli, im Kloster Kösching.

DK 20.05.16